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Fasten nach Hildegard von Bingen

Fasten ist eine wunderbare Art des Rückzugs und eine Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden

Nur eine gesunde Seele kann in einem gesunden Körper ihre Arbeit verrichten!“ Gehören Sie auch zu den Menschen, die (zu) viel arbeiten? Zu jenen, die die so genannte Freizeit dazu nutzen müssen, ein-zukaufen, zu putzen und Freunde zu treffen? Sprich: Sie haben kaum mehr Zeit für sich selbst? Wenn ja, „jein“ oder vielleicht, lohnt es sich, Fasten als Urlaubsalternative in Erwägung zu ziehen. Denn Fasten hat nichts mit Diäten oder Abnehmen zu tun, sondern ist eine wunderbare Art des Rückzugs und eine Möglichkeit, wieder zu sich selbst zu finden.

FASTEN MIT PLAN
„Einfach drauf los“ ist die falsche Einstellung, um mit dem Fasten zu beginnen. Die Zeit des Rückzugs sollte sorgfältig geplant und mit dem Arzt des Vertrauens abgesprochen werden. Ob man alleine zu Hause fastet oder lieber in einer Gruppe, die motivieren kann, entscheidet jeder selbst. Das Fasten, wie es Hildegard von Bingen empfohlen hat, erfolgt in vier Schritten. Neben dem klassischen Hildegard-Fasten stehen auch zwei etwas „entschärfte“ Fasten-Varianten zur Verfügung:

Entlastung
Drei bis vier Tage, bevor man mit dem tatsächlichen Fasten beginnt, bereitet man den Körper auf das Fasten vor. Man „entlastet“ ihn, indem man leicht verträgliche Nahrungsmittel zu sich nimmt.
Empfohlen: viel Obst und (gedünstetes) Gemüse, Dinkel, Fencheltee und andere Tees, klare Suppen
Vermeiden: Milchprodukte (Käse, Milch, Jogurt etc.), Alkohol, Kaffee, Fleisch und Fisch 

Darmentleerung
Bei Fastenbeginn und während der ersten Fastentage ist es wichtig, den Darm zu entleeren. Beim Hildegard-Fasten geschieht dies mit Ingwer-Ausleitungskeksen (erhältlich in Apotheken). Auch lauwarmes Wasser mit Glaubersalz getrunken oder Einläufe können hilfreich sein. 

 

HILDEGARD-FASTEN
Nach dieser Vorbereitung beginnt das tatsächliche Fasten. Drei bis sieben Tage nimmt man dabei keine feste Nahrung zu sich. Während der ganzen Zeit ist es wichtig, viel zu trinken (Fencheltee, Kräutertees, Dinkelkaffee). Die Nahrungsaufnahme erfolgt mit Suppen (Dinkelsuppe, klare Gemüsesuppe, Fastensuppe).

Empfehlung
Morgens: Dinkelkaffee (ohne Milch) oder Fencheltee, eventuell mit Honig gesüßt
Mittags: Dinkel-Gemüsesuppe (z. B. Hildegard-Hol dir Schwung!-Suppe) und Tee (z. B. Hildegard-Fastenzeit-Tee)
Abends: klare Gemüsesuppe (z. B. Hildegard-Klare Gemüsesuppe) und Tee (z. B. Hildegard-Entspannungstee)

DINKEL-OBST-GEMÜSE-FASTEN
Bei diesem etwas „entschärften“ Hildegard-Fasten wird dreimal täglich Dinkel gegessen (Habermus, Dinkelkaffee, Dinkelsuppe, Dinkelflocken, Dinkelnudeln, Dinkelkräcker). Außerdem ist es wichtig, viel frisches, saisonales Obst und (gedünstetes) Gemüse zu sich zu nehmen und viel Fenchel- und Kräutertee zu trinken. Diese Art des Fastens kann bis zu vier Wochen lang durchgeführt werden.

DINKEL-REDUKTIONSKOST-BROTFASTEN
Auch dieses Fasten kann über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden (max. vier Wochen). Dabei wechseln sich Tag 1 und Tag 2 immer ab.
Tag 1: Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten
Tag 2: Am zweiten Tag nimmt man ausschließlich Dinkelbrot und Fencheltee (so viel man mag) zu sich.

FASTENHILFEN
Wärme
Während des Fastens friert man leichter, daher ist es wichtig, den Körper warmzuhalten (warm anziehen, Wärmeflasche).

Innere Stimme
„Wir müssen auf die Stimme unserer Seele hören, wenn wir gesunden wollen“, schreibt Hildegard. Hören Sie während dieser sensiblen Zeit noch mehr auf sich selbst. Wenn Sie müde sind, dann schlafen Sie; wenn Sie energiegeladen sind, gehen Sie spazieren usw.

Meditation
Hildegard von Bingen empfahl, während des Fastens regelmäßig zu meditieren, um den Geist zu beruhigen. Am besten, man setzt sich aufrecht auf ein Kissen am Boden, die Kleidung sollte bequem sein. Für die folgenden 10-15 Minuten (kann später gesteigert werden) konzentriert man sich nur auf das Ein- und Ausatmen, spürt, wie sich der Bauch hebt und senkt. Danach 5 Minuten entspannt am Rücken liegen.

Aufbautage
Während der Aufbautage soll sich der Körper langsam wieder an die normale Kost gewöhnen.
Empfohlen: Suppen (z. B. Hildegard-Energiesuppe oder Hildegard-Klare Gemüsesuppe), (gedünstetes) Obst (z. B. Bratäpfel, Kompott) und Gemüse, gekochte Dinkelflocken mit Obst und Gewürzen (Zimt, Bertram), Dinkel-Aufstriche
Nach drei bis vier Tagen kann man wieder auf normale Nahrung umsteigen.