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Wer war Hildegard von Bingen?

Mit viel Hingabe befasste sich Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert mit der Wirkung von Kräutern und Gewürzen.

In einer schnellen Zeit, in der wir uns nach Rückzug sehnen, entdecken wir dieses bedeutende Wissen um die Kraft der Natur nun wieder. Vielleicht sind auch die Freude am Genuss und die Lust am Kochen Gründe dafür, dass die Empfehlungen der Ordensfrau gerade bei jungen Menschen heute eine wahre Renaissance erleben. Denn Gesundheit und Genuss gehören zusammen. Das zeigen uns die Erkenntnisse der Äbtissin der Klöster Rupertsberg und Eibingen bei Bingen am Rhein einmal mehr.

Im 10. Jahrhundert etablierte sich die Schule von Salerno als Zentrum des Wissensaustausches. Christen, Juden, Moslems und Frauen, denen die meisten Bildungswege zu dieser Zeit verwehrt blieben, konnten sich hier im medizinischen Handwerk ausbilden lassen. Auch Hildegard von Bingen (um 1098–1179), schuf ihre Werke noch unter dem starken Einfluss der Schule von Salerno. In ihrem neunbändigen Werk „Physica“ stellte sie 230 Kräuter und ihre Wirkungen dar.
Ihr Wissen über die Gesundheitskraft von Kräutern beschrieb sie später in einem weiteren Opus „Causae et curae“. Wer die Empfehlungen der Äbtissin heute liest, stellt rasch fest, dass diese aktueller sind denn je. Wie in unzähligen Diätratgebern heute gepredigt wird, appelliert Hildegard von Bingen an die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen für sich und seinen Körper: „Dein Schöpfer hat dir den besten Schatz gegeben, einen lebendigen Schatz: deinen Verstand“, schreibt sie.

Wie in den derzeit in Europa so beliebten traditionellen Lehren aus Asien, TCM (Traditionelle chinesische Medizin) und Ayurveda, betrachtet auch Hildegard Körper und Geist nicht getrennt voneinander und sieht Maßhalten, „discretio“, als wesentliche Voraussetzung für Gesundheit: „Der Mensch, der sein Fleisch in Maßen nährt, ist in seiner Art fröhlich und umgänglich“, schreibt die Ordensfrau.
Das diskrete Maß, eine ausgewogene Ernährung mit Kräutern und Gewürzen und regelmäßiges Fasten sind für sie die Basis, um Körper und Geist gesund zu erhalten. Jenen, die ihr keinen Glauben schenken, sei dennoch empfohlen, die eine oder andere Rezeptur oder Würze auszuprobieren: Das Geschmackserlebnis wird sie belohnen.