Ochratoxin-A in Süßholz
Analysen von Verbrauchermagazinen führten zuletzt zu unbegründeten Verunsicherungen beim Genuss von Teemischungen mit Süßholz. Hier unsere Stellungnahme.
Süßholz in SONNENTOR Tees entspricht den gesetzlichen Grenzwerten.
Süßholz wird seit Jahrhunderten für Teemischungen verwendet. Der Tee erhält dadurch einen leicht süßlich abgerundeten Geschmack. Häufig wird in Süßholz der Stoff Ochratoxin-A, ein Schimmelpilzgift nachgewiesen. Für den in kleinsten Dosen vorkommenden und daher unbedenklichen Schimmelpilz gab es Mitte 2010 bei Tee keine gesetzlichen Grenzwerte. Bei Analysen vom ÖKOTEST 01/2010 Verbrauchermagazin wurde auf Grund des fehlenden Grenzwertes für Tees der Höchstwert für gerösteten Kaffee (5 µg/kg) herangezogen und das Testergebnis des Bio-Bengelchen Zaubertrunk Tees von 3,9 µg/kg im Text irreführend als erhöhter Wert dargestellt. Darüber hinaus ist die Anwendung dieses Kaffee Grenzwertes bei Tee unserer Meinung nach unzulässig, da die unterschiedlichen Portionsmengen bei Kaffee (ca. 6 g für 60 ml) und bei Tee (ca. 1,5-2 g für 200 ml) zu nicht vergleichbaren Ergebnissen führen. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen und dadurch wurde unser gutes Testergebnis beim Bio-Bengelchen Zaubertrunk auf nur Befriedigend abgewertet.
Der Einsatz von Süßholz ist im Österreichischen Lebensmittelbuch Codexkapitel B31 „Tee- und teeähnliche Erzeugnisse“ mit einem Zutatenanteil von maximal 20% festgeschrieben. SONNENTOR setzt in losen Tees maximal 10% und in Aufgussbeuteln maximal 5% Süßholz ein. Die Teemischungen werden in unabhängigen Labors regelmäßig auf Ochratoxin A analysiert, wobei kleine Schwankungen bei den Ergebnissen normal und im unbedenklichen Bereich sind.
NEU ab 1.7.2010: Mit der Fachverbands-Rechtsinformation Nr. 72/2009 der Nahrungs- und Genussmittelindustrie vom 14.12.2009 wurde der Ochratoxinhöchstwert in Süßholzwurzel mit 20 µg/kg festgesetzt. Die beschriebenen SONNENTOR Maßnahmen zum Einsatz von Süßholz orientieren sich nach diesem neuen Grenzwert.
Mehr zum Gewürz Süßholz:
Süßholz – die Lakritzenwürze
(Glycyrrhiza glabra )
Wer Lakritze mag, wird von diesem Gewürz begeistert sein. Denn Lakritze wird aus Süßholz gemacht. Der sehr süße, an Fenchel und Anis erinnernde Geschmack passt nicht nur in die schwarzen Stangen und Bonbons, sondern schmeckt auch in so mancher Süßspeise – vorausgesetzt man mag das würzige süße Aroma. Die Chinesen würzen ihre Sojasauce gerne mit der aromatischen Wurzel und sie ist Bestandteil des „Fünf Gewürze Pulvers“. Häufig findet man Süßholz auch in Teemischungen, die dadurch einen leicht süßlich abgerundeten Geschmack bekommen.
Wissenswertes
Verwendet wird die Wurzel der Süßholzpflanze, deren Rinde bis zu 4% Glycyrrhizin enthält, eine Verbindung, die etwa 50 Mal süßer als Rohrzucker ist. Ansonsten enthält Süßholz nur Spuren von ätherischem Öl. Süßholz wird in Indien und China, wo es als Heilpflanze verwendet wird, kultiviert. Es zählt zu den Schmetterlingsblütlern und hat schöne, große, lilafarbene Blüten. Süßholz wächst auch in Spanien, Frankreich, Bio Anbauversuche laufen auch im österr. Weinviertel - Kinder wurden auch bei uns durch ein großes Wurzelstück als süße Alternative (als Schokolade noch Luxus war) belohnt
Tipps
Getrocknetes Süßholz, wie es in Feinkostläden oder dem Qualitätsfachhandel erhältlich ist, hält luftdicht verschlossen fast unbegrenzt. Die Wurzel sollte eher sparsam eingesetzt werden, damit die Bitterkeit nicht vorrangig wird.
Harmoniert mit
Fenchel, Anis, Zimt, Koriander, Ingwer, Nelken, Sternanis, Pfeffer
Wirkungen & verborgene Kräfte
Hildegard von Bingen empfiehlt Süßholz für eine „klare Stimme, helle Augen und einen milden Sinn“. In der Volksmedizin ist man von entzündungshemmenden, antibakteriellen und krampflösenden (Husten!) Wirkung von Süßholz überzeugt. Außerdem erwähnt sie die entzündungshemmende Wirkung. In der TCM werden die Milz und alle Meridiane dem Süßholz zugeordnet, das imstande sein soll die Lebenskraft zu stärken.